Der Notausgang

Mit jedem neuen Morgen wacht in den Menschen Energie, Elan, Lust (und manchmal auch Unlust) auf, Dinge zu ändern, neue Sachen zu erleben und zu erfahren, das Leben zu genießen. Im Rhythmus des menschlichen Lebens wechseln sich Tag und Nacht, Gutes und Böses, Vor- und Nachteil, Optimismus und Melancholie, Lächeln und Stirnrunzeln, Liebe und Hass ab. Wir können aus unserem Körper nicht heraus und nur die Nacht erlaubt den Träumen die Phantasie zu entfesseln und den Körper zu verlassen. Wie die Menschen mit all diesen Gegensätzen umgehen und welche Kompromisse sie im Leben wählen, ist sehr individuell.

Lassen Sie sich nicht klein kriegen!

An einer Kreuzung zu stehen und nicht zu wissen wohin, das passiert oft. Wer, Wann, Wie, und Wohin, das sind die Unbekannten in unserem Leben und wie es weiter geht, ist so unklar, wie der Blick durch ein beschlagenes Fenster früh am Morgen. Wie man mit der Ungunst des Schicksals umgehen soll, darüber könnte man einen nie endenden Roman schreiben aber nur selten kommt eine elegante, und vielleicht auch völlig unerwartete Lösung daher. Soll man einfach gegen alle Negationen rebellieren, in widrigen Situationen untätig bleiben und alles, was uns nicht gefällt, einfach ignorieren? Nein, das ist keine Lösung! Blind zu sein, rosa Brille zu tragen oder die Realität zu ignorieren ist nicht besonders effektiv. Der Versuch, das zu verschieben, was sowieso kommt und unabwendbar ist, das kann uns vor der harten Realität nicht schützen.

Labyrinth der Schicksale und Wege

Es ist nicht so ungewöhnlich, dass das Leben eines Menschen manchmal aus den Fugen gerät. Liebeseskapaden, Beziehungskrisen, Dinge, die man hinter sich gelassen hat – gegen solche Sachen helfen keine Pillen und es wurde dafür kein Handbuch geschrieben oder Formel erfunden. Weit und breit nichts, was uns helfen würde, das Gefühl der Zufriedenheit wieder zu finden. Aber wie sollen wir in dieser Welt, die uns immer mehr und mehr abverlangt, bestehen, wenn wir uns nicht mal selbst kennen? Suchen und weiter suchen, das ist keine Phrase sondern eine Phase, die erst mit dem tatsächlichen Finden endet und sie bedeutet nur Schritt für Schritt nach vorne zu schreiten und Dinge zum Ende zu bringen. Diejenigen, die durch das Universum menschlicher Seelen wandern, mögen abgehärtet sein aber Stabilität im Leben und in den Beziehungen, das ist ein zartes Pflänzchen, das man nicht mit Härte sondern mit Vorsicht behandelt.

Nur Feiglinge rennen davon

Diejenigen, die alles mit bravur und scheinbar ohne Stress schaffen, müssen den Heiligenschein und wahrscheinlich auch Nerven wie Drahtseile haben. Es gibt jedoch einen Weg, der uns vielleicht eine Art Hintertür aus dem Grau und Eintönigkeit unseres Alltags aufzeigt. Eine Hintertür, kein Tunnel, denn es empfiehlt sich nicht, einen Tunnel im inneren der Seele zu haben. So etwas entmenschlicht und verzerrt die Gesichtszüge. Diese Hintertür muss man auf leisen Katzenpfoten erforschen, erfühlen, mit allen Sinnen erspüren und die Komplexität des menschlichen Daseins begreifen, die in dem Chaos völlig schutzlos, nackt und unscheinbar beinah versinkt. Wichtig ist, sich selbst zu kennen, sich im eigenen kleinen Universum des Seins und Nichtseins zu orientieren und nach keinem Notausgang zu suchen. Das ist der Sinn des Lebens, denn nichts soll dem Menschen wichtiger sein als er selbst.

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