Endlich zu Hause

Wenn man einen anstrengenden Tag hinter sich hat, freut man sich wie ein kleines Kind darauf, in der gemütlichen Atmosphäre der eigenen vier Wände in bequeme Klamotten zu schlüpfen und einfach abzuschalten. Man liest eine Zeitung, löst Kreuzworträtsel oder strickt Mützen und Socken. Manche sitzen einfach gedankenlos vor der Fernsehkiste, andere beschäftigen sich mit ihren Kindern, hören ihre Lieblingsmusik, zünden eine Kerze an oder machen Feuer im Kamin. Endlich zu Hause…

Wir tragen es in uns

Es gibt verschiedene Menschen auf dieser Welt. Die meisten wissen, wo sie hingehören, wohin sie zurückkehren können und wo sie sich wohl fühlen. Es gibt jedoch leider auch diejenigen, die es nicht wissen. Menschen, die weder ein Zuhause noch innere Ruhe haben. Menschen, die in ihrem Leben keine Ordnung haben, die stets im Dunkeln tappen und vergeblich suchen. Ewige Nomaden, Einzelgänger, verlassene Menschen, Menschen ohne Obdach und Mittel, ohne Zuversicht und Glauben. Sie finden keine Hilfe, auch wenn sie greifbar nah, ja direkt vor ihnen liegt. Aufregung, Unsicherheit und Adrenalin – das ist das, was sie umtreibt. Vielleicht wollen sie sich für ihre eigenen Fehler und Unvollkommenheit selbst peinigen und bestrafen. Dabei reicht so wenig zum Glück…

Lasst uns Gutes tun

Dass nicht nur Gutes um uns herum geschieht, ist natürlich. Die Natur hält das Verhältnis zwischen Jäger und Gejagtem im Gleichgewicht. Wenn alles nur gut und schön wäre, würde das System zusammenbrechen. Das Leben auf dieser Welt ist nicht nur pure Freude. Wir gewöhnen uns schnell an Luxus, Komfort und Sorglosigkeit, weniger jedoch an Entbehrung, Schwierigkeiten, Probleme und Krisen. Solche Erfahrungen machen uns oft fertig aber gleichzeitig geben sie uns auch etwas. Sie geben uns die Kraft, die uns in der nächsten Schlacht einen Vorteil verschaffen wird. Wir sind dann reicher an Erfahrung, wissen mehr, erwarten mehr, sind stärker und widerstandsfähiger und vielleicht auch vorbereiteter. Wir sind wach und stets auf der Hut und so soll es auch sein.

Schon unsere Urgroßmütter kannten es

Viele erinnern sich vielleicht, wie unsere Großmutter sagte: Alles Schlechte ist für etwas gut. Oder auch: Dem Bösen muss man mit Guten begegnen – Wenn dich jemand mit Steinen bewirft, musst du mit Rosen zurückwerfen. Warum und ob dem wirklich so ist, muss jeder selbst herausfinden und vielleicht wird es manch einem nicht auf Anhieb gelingen. Erfahrungen sind bekannter weise nicht übertragbar und wir haben das volle Recht, nach eigenem Gutdünken zu handeln, Lebensprüfungen durchzustehen und sich selbst zu finden. Und hier kann man gleich mit einem anderen Sprichwort weitermachen: Man lernt aus den Fehlern. Was uns nicht umbringt, macht uns stärker. Von den Schlägen, die uns das Leben erteilt, können wir uns dann an unserem Rückzugsort, in unserem Zuhause, erholen – vorausgesetzt wir haben ein Zuhause.

Der Ort, wo ich hingehöre

Mit zunehmendem Alter und Erfahrungen fühlen wir immer stärker, dass wir irgendwo hingehören. Der Mensch spürt allmählich, wo seine Wurzeln sind, welche seine häufigsten und angenehmsten Erinnerungen sind, wo er glücklich ist und wo er sich sicher fühlt. Auch wenn wir oft umziehen und rastlos sind, wir sind nur dort zu Hause, wo wir uns wohl fühlen. Haben Sie so einen Platz? Suchen und finden – das die Bestimmung der Menschen und jeder Mensch gehört irgendwohin, auch wenn er das vielleicht noch nicht weiß…

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