Entschuldige, ICH KANN NICHT…

Die Worte schwinden dahin, ohne dass wir sie verstehen oder gar einen tieferen Sinn in ihnen suchen. Worte sind die Boten unserer Gedanken. Manchmal sind sie wie das leere, ausgedroschene Stroh, manchmal erreichen sie nicht das andere Ufer, obwohl sie flehen und nach Hilfe schreien. Worte können erfreuen aber auch verletzen. Sie sind eine starke Waffe und haben unheimliche Macht. Trotzdem ahnen wir manchmal nicht, welche Wirkung sie haben und was sie anrichten können. Ein Wort ist wie eine Rasierklinge. Es schneidet. Es zerstört. Es nimmt alle Illusionen weg…

 

Ich spreche, du sprichst, wir sprechen

Es dauert bis wir es gelernt haben. Die Kindersprache legen wir erst mit dem Großwerden ab. Aber gerade in der Zeit der ersten Knieabschürfungen und Milchzähnchen klingen die Worte “Mamma, hab di lieb” oder “das ist mein liebes Büdechen” am schönsten. Es ist ein Balsam für die Seele und diese süße, kindlich unbeholfene Sprache behalten wir tief in der Seele unser ganzes Leben lang. Immer wenn uns jemand um etwas bittet oder wenn sich jemand bei uns bedankt, haben wir das Gefühl der Liebe, Zuneigung und Herzenswärme. Wenigstens manche von uns haben es so. Es gibt jedoch auch viele leere Worte und Phrasen, die man besser in einer tiefen Truhe einschließen sollte, da sie schmerzen und verletzen und nur schwer zu vergessen sind.

Befehle und Kommandos

Es ist nicht schwer, einen Hund so abzurichten, dass er allen Befehlen folgt und gehorcht. Es funktioniert sogar bei den Menschen. Es ist jedoch nicht richtig. Menschliche Gefühle und Emotionen bleiben dabei auf der Strecke und Beziehungen gehen kaputt. Herzliche Worte, eine liebe Stimme, Zärtlichkeit, ein Lächeln, eine Handberührung und eine liebevolle Geste haben eine andere Macht. Sie bewirken wahre Wunder. Ihr, Befehlshaber und direktive Herrscher, versucht es doch mal! Vielleicht haltet ihr das Gefühl, das euer Herz ergreift, für eine Schwäche aber Emotionen sind nichts, wofür ihr euch schämen müsst. Das Bitten und Ersuchen genauso wie Milde und Vergebung sind aus eurem Sprachgebrauch verschwunden. Warum denn?

Das heilende Wort

Der Mensch hat manchmal das Gefühl, dass er sich nicht mehr helfen kann, dass alles verloren ist, dass man am Grund angelangt ist und dass die Tage so traurig und volle Tränen sind, dass man verrückt werden könnte. Trauer, Depression, Ausweglosigkeit, Angst und Einsamkeit greifen um sich. In diesen Worten spürt man einen Hauch der düsteren, tränenvollen Stimmung. Aber helfen kann man immer, man muss nur wollen. Auch Kleinigkeiten können heilende Wirkung haben – ein Lächeln, ein Geschenk, eine Zuwendung, ein Kuss oder eine Umarmung können so viel Kraft spenden, dass wir uns das kaum vorstellen können. Dagegen Worte wie “Entschuldige, aber ich kann leider nichts für dich tun”, sind wie ein Schlag in die Magengrube. Das hoffnungsvolle “Ich versuche es” oder “Ich helfe dir” zeigen – wenn nichts anderes – wenigstens Interesse. Worte heilen Wunden, helfen und machen das Leben erträglicher. Wir freuen uns über sie, sie tun uns gut und lassen uns strahlen. Lasst uns diese Worte sagen, lasst uns keine gefühllosen Egoisten sein, denen alles und alle egal sind! Der Satz “Ich werde es versuchen” kostet uns nichts und hat eine große Macht. Er gibt eine gewisse Chance und die Welt sieht gleich ein bisschen fröhlicher aus. Die Hoffnung stirbt doch immer zuletzt. Den Worten sollten natürlich auch Taten folgen oder wenigstens der ehrliche Versuch, sie in Taten umzusetzen. Aber Taten, das ist ein anderes Thema für lange Diskussion.

Habt einen schönen Tag!

Ein positives Gespräch kann den ganzen Tag aufhellen genauso wie lächelnde Begrüßung, nettes Zuwinken oder herzlicher Händedruck. Oder denkt ihr etwa, dass Menschen keine Seele haben? Dass sie nicht empfinden können? Dass wir in dieser hektischen und übertechnisierten Zeit völlig abgestumpft sind? Vielleicht haben wir nur vergessen, wie es ist, etwas zu fühlen. Einen schönen Tag zu verbringen ist tausendmal besser als zu leiden, zu trauern oder auf die ganze Welt sauer zu sein. Daher ist es wichtig, kleine Lichte überall dort zu zünden, wo es dunkel ist, wo die Menschen langsam die Hoffnung verlieren. Manchmal hat es der Mensch einfach zu weit zu seinem Nächsten und das ist traurig. Habt einen schönen Tag und versucht ihn hell zu gestalten! Versucht ein Lichtbringer für jemanden aus eurer Umgebung zu sein, der vielleicht nicht so viel Glück hatte! Weil gut zu sein bedeutet auch schön zu sein. Und das ist doch eine große Sache – in jedem Alter, bei jeder Mission, in jeder Position, überall auf der Welt…

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