Er liebt mich, er liebt mich nicht…

Abgezupfte Blütenblätter von Gänseblümchen könnten uns vielleicht eine Antwort geben aber die völlige Sicherheit bringen sie nicht. Warum wollen wir uns ausgerechnet im Mai vergewissern, ob er oder sie uns liebt oder nicht. Draußen ist alles in voller Blüte, die Vögel singen – vielleicht über die Liebe – denn auch die Dichter haben sie seit eh und je besungen und dem Monat Mai eine magische Liebeskraft zugesprochen. Wer weiß, vielleicht ist was dran.

Bedingungslose Liebe

Liebe ist keine mathematische Formel. Wir schenken unsere Liebe, Zuneigung und zarte Berührungen nicht nur denjenigen, die sie wiedergeben. Wir sind nämlich nicht berechnend. Wir sollten es wenigstens nicht sein. Mit der Liebe ist das wie mit der Blume. Wenn wir uns in sie verlieben, versuchen wir stets in ihrer Nähe zu sein, sie immer vor den Augen zu haben, wir riechen an ihr und flüstern ihr süße Worte zu. Wir danken ihr dafür, dass es sie gibt, dass sie gerade uns begegnet ist, und dass sie für ihre Zuneigung nichts zurückverlangt. Wir können sie abbrechen und besitzen, aber da könnte sie verwelken oder wir könnten einfach vergessen, ihr frisches Wasser zu geben. Auch unsere Herzen können auf verschieden Art lieben – entweder besitzergreifend oder bedingungslos, warmherzig, sanft und zärtlich, ohne zu zerstören.

Seinen Nächsten lieben

Verliebt sein ist ein wunderbarer Zustand. Es ist beneidenswert, wenn man jung und natürlich ist. Wenn wir dann erwachsen und wirklich weise sind, stellen wir fest, dass unsere bedingungslose Liebe unseren Kindern, Lebenspartnern, Enkelkindern, Eltern oder vielleicht einem vierbeinigen Lebensbegleiter gehört. Es ist die ultimative Liebe, die sich ganz besonders anfühlt. Wir haben sie tief in unserer Seele und stellen sie nie in Frage. Sie ist einfach da und niemand und nichts kann sie zerstören, solange wir sie selbst nicht aufgeben. Denken Sie jedoch darüber nach, ob der Andere von Ihrer Zuneigung weiß oder wenigstens ahnt, dass Sie ihn oder sie im Herzen tragen, schätzen, lieben und ihm oder ihr voll vertrauen… Wann haben Sie das letzte Mal diesem wichtigsten Menschen gesagt: “Ich liebe Dich”? Wann haben Sie ihn oder sie zuletzt einfach geküsst, gestreichelt, mit etwas Kleinem überrascht oder einfach nur angerufen? (Sind Sie jetzt verwundert oder kommt sofort eine klare Antwort?). Wir müssen uns doch nicht dafür schämen, dass wir lieben. Sagen Sie so oft wie möglich diese wunderbaren Wörter, die in uns dieses Gefühl der inneren Leichtigkeit und des Glücks hervorrufen.

Das Leben könnte jeden Tag schöner sein

Wir haben uns in dieser neuen und viel zu schnellen Zeit voneinander entfernt. Es ist wahrscheinlich nicht das Schamgefühl oder die Unsicherheit aber eher der Zeitmangel, unser mit Alltagssorgen überlasteter Kopf oder vielleicht die Annahme, dass der Andere unsere Gefühle doch kennt, ahnt oder fühlt, dass man das doch nicht ständig wiederholen muss. So selbstverständlich ist das jedoch nicht. Versuchen Sie sich selbst im Spiegel freundlich anzulächeln und der Person, die da  vor Ihnen steht, zu sagen, dass sie hübsch ist und dass Sie sie gern haben – es fühlt sich angenehm, schön und seltsam an. Und dann bitte überlegen Sie, ohne wen Sie verloren wären, wem Sie dankbar sind, wen Sie bewundern und lieben und wer Ihnen nicht gleichgültig ist. Jedes menschliche Geschöpf fühlt und hat eine Seele. In der hintersten Ecke dieser Seele will es geliebt werden. Bereiten Sie jemandem einen schönen Tag und sagen ihm wie sehr und wieso Sie ihn lieben…WARUM DAS? Weil es nichts kostet und weil es von der Liebe nie genug geben kann.

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