Fünf Minuten nach Zwölf

Es kann sein, dass wir uns von Zeit zu Zeit schrecklich müde fühlen, obwohl wir nach der Arbeit vor dem Fernseher sitzen, SMS schreiben oder chatten. Wir telefonieren oft und skypen, hören Audiobücher direkt ins Ohr. Oder wir spielen am Computer, weil es doch so wahnsinnig toll ist! Ohne uns viel bewegen zu müssen. Wir können ein virtuelles Tennismatch gewinnen und kommen dabei gar nicht ins Schwitzen.

Errungenschaften für die Menschheit (?)

Die moderne Welt quellt vor neuen Erfindungen und Errungenschaften fast über. Neue Technik schont unsere Kräfte und spart unsere Energie, Medien servieren uns verschiedene Ratschläge und überhäufen uns mit Informationen, Mobiltelefone sparen Zeit und unnötige Schritte. Etwas Neues lernen? Warum? Wir finden doch alles im Internet. Das Internet erledigt Übersetzungen, Einheitenumrechnungen, Textkorrekturen. Es schafft Verbindungen, erklärt uns, wie der Drucker zu reparieren ist, wie wir ein paar Kilo abnehmen oder es findet gar den passenden Lebenspartner für uns. Das Internet und seine rechte Hand Google wissen genau, was zu tun ist und wie wir es finden. Daher müssen wir nicht besonders viel denken, suchen, nach einem Rat fragen, nicht einmal einkaufen gehen. Wir klicken einfach im E-Shop auf die gewünschte Ware und befördern sie in einen imaginären Einkaufswagen, der uns direkt vor die Nase gestellt wird.

Das schnelle Lebenstempo

Warum hetzen wir uns denn so ab, wenn alles so einfach ist? Es wird uns viel Arbeit von den Geräten wie Spül- und Waschmaschinen, Robo-Staubsaugern, Dampfreinigern, Druckern, Taschenrechnern und vielen anderen abgenommen. Auch im Büro hilft die Technik jeden Tag, damit unsere Köpfe frei und unbeschwert bleiben. Aber in der Wirklichkeit ist es anders. Menschen leiden unter Burn-Out-Syndrom, Arbeitssucht, Stress- und Angstgefühlen, sind nervös und permanent in Eile. Bisher ungekannte Krankheiten plagen sie, sie schlafen und essen nicht oder aber stopfen sich mit Essen voll, sie sind mürrisch, sie lachen nicht und haben jede Menge Sorgen. Woher kommt diese hektische Zeit, dieses rasende Lebenstempo, wenn wir doch so viele alternative Helfer haben?

Das digitale Zeitalter

Es ist eine Tatsache. Unser Denken ist in einer Falle des Internets, der Medien, Mobiltelefone, Tablets, Computerspiele und sozialer Netzwerke – wo wir nicht fehlen dürfen – gefangen. Aber es würde sich lohnen, für einen einzigen Tag alle die Geräte, die unsere Großeltern oft nicht verstehen, einfach auszuschalten, ohne Wecker zu schlafen, ein Buch in die Hand zu nehmen, spazieren zu gehen, ohne Fernseher und Radio auszukommen, alles mit eigenen Händen zu machen, in unserem Inneren aufzuräumen. Auch unsere Seele braucht einen Frühjahrsputz. Entledigen Sie sich all der Dinge, die Sie nicht brauchen, werfen Sie den alten muffigen Müll einfach weg, lösen Sie sich von nutzlosen Kleinigkeiten und Konventionen und behalten Sie nur das, was wesentlich, notwendig und grundsätzlich ist. Nur das, was uns zu Menschen macht.

 

Lachen, tanzen, zusammen sein

Versuchen wir statt SMS einen Brief zu schreiben und am freien Nachmittag paar Töne auf Gitarre zu spielen, versuchen wir fremde Leute mit einem Lächeln fröhlich zu stimmen und ihnen einen schönen Tag zu wünschen. Wir können einfach nur draußen Karten oder mit den Kindern Murmeln spielen, in der Natur aus dem Brunnen trinken und die Blütenpracht bewundern. Seien wir uns dabei immer bewusst, dass alle diese Dinge nicht selbstverständlich sind, dass die Zeit niemals stehen bleibt und wie im Fluge vergeht. Wir dürfen es nicht zulassen, dass sie uns unter den Fingern zerrinnt. Nein Statt des ganzen trügerischen Scheins sollten wir die Wahrheit sagen und das Leben auch wirklich genießen. Wir sollen das tun, was wir tatsächlich wollen und nicht nur müssen. Wir sollten aus vollem Herz lieben, bedingungslos, ohne Kalkül. Erst dann fühlt sich der Mensch großartig. So, meine Lieben, es ist bereits fünf Minuten nach Zwölf…

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